Im Februar 1984 war ich dann zum ersten Mal in einer MS-Klinik in der Sauerlandklinik in Hachen.
Das wurde mir empfohlen, damit ich etwas über die Krankheit und den Umgang damit lerne.
Es war zuerst ein Schock, so viele Rollstuhlfahrer!
Sollte das wirklich das Ziel sein? Wie lange dauert es, bis ich so ende?
Zum Glück war ich in einer Station untergekommen, die etwas abseits von der eigentlichen Klinik lag, wo nur „Fußgänger“ untergebracht waren.
Dort lernte ich, dass viele der „Fußgänger“ schon seit vielen Jahren diagnostiziert waren und immer noch keine stark sichtbaren Symptome hatten.
Bei der Eingangsuntersuchung wurde für mich eine sehr positive Prognose gestellt.
Das beruhigte mich wieder ein bisschen.
Dann kam ich auch mit den Rollstuhlfahrern in näheren Kontakt und ich war sehr positiv überrascht, dass die so gut drauf waren. Ich habe noch nie so viele und so gute Rollstuhlfahrer-Witze gehört, wie von ihnen!
Es sind doch auch Menschen, wie du und ich!
Natürlich haben mir auch die vielen Anwendungen und die „Auszeit“ sehr gut getan.
Bei der Abschlussuntersuchung wurde mir noch einmal eine sehr gute Prognose gestellt.
Aus der heutigen Sicht weiß ich, dass sich auch Ärzte irren können.
Aber seinerzeit haben mich die Prognosen sehr beruhigt.
Ich war dann alle 2 Jahre wieder in der Sauerlandklinik, denn es ist einfach nur gut, wenn man eine Auszeit vom normalen Leben hat. Und die intensive Therapie tut sehr gut und hilft bestimmt den Fortschritt der Krankheit etwas aufzuhalten!