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Auto für Rollstuhlfahrer!

Ich habe im Mai 1993, nach einem beinahe Unfall, das Autofahren aufgegeben. Zuerst war das eine riesige Umstellung, denn ich habe einen Teil meiner Freiheit aufgegeben.
Das bayerische Rote Kreuz im Landkreis Altötting macht, vom Sozialamt unterstützt, behinderten Fahrten. Das heißt jeder Behinderte, mit dem Merkzeichen ag in seinem Behindertenausweis, der kein Auto zu seinem Haushalt zählt, kann einen Antrag beim Sozialamt stellen und bekommt eine Fahrerlaubnis für 12 Fahrten (6 Hin- und Rückfahrten) pro Monat, mit einem Fahrzeug und Chauffeur (begleiteter Fahrdienst) vom bayerischen Rotenkreuz!
Die Fahrzeuge sind solche, in die man im Rollstuhl sitzend eingeladen werden kann und die Chauffeure sind Zivildienstleistende. Die Fahrt koste, je nach Einkommen des Passagiers, bis zu maximal 3,06 € (für eine Hin- und Rückfahrt).
Ich habe diese Fahrten zum Schluss komplett ausgenutzt für 4 Einkaufsfahrten und jeweils eine Fahrt zum MS-Stammtisch und zur MS-Selbsthilfegruppe. Ich konnte mich damit zufrieden geben, bis auf wenige Gelegenheiten, als ich mal vergessen worden bin oder zu spät abgeholt wurde oder schon wieder abgeholt wurde, wenn es gerade am schönsten war.
Es kam mir aber nicht in den Sinn mir selber ein passendes Auto kaufen zu wollen, denn die Umbauten waren sehr teuer und mir stand nicht immer einen Chauffeur zur Verfügung.

Während meines Vortrags über behinderten Hilfsmittel für den Computer (siehe meinen Artikel in dieser Homepage "/Über mich/MS/ Behindertenhilfsmittel"), vor der Computergruppe Burghausen, im Bürgerhaus Burghausen, habe ich jemanden kennen gelernt, der selber durch einen Arbeitsunfall querschnittgelähmt ist und ein Auto hat, in das er mit seinem Elektrorollstuhl einsteigen kann und seine Frau fährt.
Er berichtete, dass er ein neues Auto bestellt hat, dass er im Juni/Juli erwartet und dann gerne sein jetziges Auto verkaufen würde.
Sein jetziges Auto war ein Chrysler Voyager, 13 Jahre alt und ca. 135.000 km gelaufen. Das Auto ist relativ wenig gefahren worden und ein Garagenauto und sieht sehr gut aus.
Da an dem Auto einige Reparaturen (neuer Auspuff, neue Reifen,TÜV und die Absenkhydraulik) anstanden, sollte das Auto nur 1000 € kosten.


Der Chrysler Voyager

 Chrysler Voyager

Der Chrysler Voyager!

Soweit ich informiert bin, war der Chrysler Voyager der erste Mini-Van, der groß genug war, dass man nach nur geringen Umbauten mit dem Rollstuhl einsteigen konnte.
Der Chrysler Voyager ist ein 7-Sitzer. Neben dem Fahrer- und Beifahrersitz hat er eine 2-Sitzer (wahlweise zwei Einzelsitze) und eine 3-Sitzer Rückbank.

Die notwendigen Umbauten

Um Platz für den Rollstuhlfahrer zu haben, muss die 3 sitzige Rückbank ausgebaut werden.
Da Ich einen Pflegerrollstuhl habe, der sehr lang ist, musste ich auch die 2 sitzige Bank ausbauen und statt dessen habe ich einen Einzelsitz eingebaut, so können drei Fußgänger und ein Rollstuhlfahrer in meinem Auto mitfahren!

 Bodenabsenkung

1. Der Boden wurde um ca. 20 cm abgesenkt, um mehr Höhe im Innenraum und damit mehr Kopffreiheit für den Rollstuhlfahrer zu gewinnen! Dadurch wird auch der "Einstieg" um ca. 20 cm niedriger!


 Rampe

2. Unter der Heckklappe wurde an den abgesenkten Bodenteil eine Klappe angebaut, die heruntergeklappt werden kann und dann als Rampe fungiert!


 Heckabsenkung oben

3a. Es wurde eine Hydraulikanlage mit zwei Hydraulikzylinder im Heck eingebaut. Die Hydraulikzylinder können die Karosserie hinten, gegenüber der Hinterachse circa 10 cm herunter ziehen.
Das Heck in der oberen Position, der Fahrposition.


 Klappe im 	Heckfenster

3b. Das Heck in max. abgesenkter Position.
Jetzt liegt das Bodenblech auf der Achse auf.


vordere 	Befestigungsgurte

Für den Rollstuhl wurden Befestigungsgurte eingebaut.
Diese Gurte spannen den Rollstuhl nach vorne und verhindern, dass der Rollstuhl beim Beschleunigen des Autos oder im Falle eines Heckaufpralls, nach Hinten rollt oder gar nach Hinten oder bei einem Seitenaufprall, zur Seite umstürzt!


hintere 		Befestigungsgurte

Diese Gurte spannen den Rollstuhl nach hinten!
Diese Gurte verhindern, dass der Rollstuhl beim Bremsen des Autos oder bei einem Frontaufprall nach vorne rollt oder umschlägt!


Mein Auto

Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Auto wirklich kaufen soll, denn ich sah viele Kosten und wenig Nutzen, weil ich geglaubt habe, keinen Chauffeur zu finden.
Alle meine Freunde und Bekannten drängten mich, doch das Auto zu kaufen, denn so eine Gelegenheit würde ich so schnellen nicht wiederbekommen und alle sagten mir zu, mit mir fahren zu wollen!
Ich war trotzdem unschlüssig, denn ich wusste, das oft zwischen den Vorsätzen und deren Erfüllung vergessen einsetzt.
Ich aber das Auto gekauft und mittlerweile er vorab geplanten Reparaturen (neuer Auspuff, neue Reifen, TÜV, Abgesenkhydraulik) durchgeführt. Es sind mittlerweile noch einige Reparaturen aufgetreten (Batterie, Kabelbrüche, Keilriemen, Zahnriemen hätte alle 60.000 km gewechselt werden sollen).
Aber ich bin mittlerweile so begeistert, dass ich das Auto gerne in Schuss halte, weil ich zu jeder Gelegenheit Chauffeure gefunden habe und alles, was ich mir vorgenommen hatte erreichen konnte!


Chrysler Voyager

Ich in meinem Auto!

Wenn ihre Seite zu diesem Artikel passt,
nehme ich an dieser Stelle auch gerne einen Link zu ihre Site auf!
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